Kultur verbindet: Christian Bau erhält das Bundesverdienstkreuz

Kultur verbindet: Christian Bau erhält das Bundesverdienstkreuz

29 Bürger und Bürgerinnen wurden am 2. Oktober 2018 zum Tag der Deutschen Einheit mit dem Bundesverdienstkreuz ausgezeichnet – unter ihnen Christian Bau. Unter dem Motto „Kultur verbindet“ erhielt er als Koch von Weltrang die hohe Auszeichnung für seinen herausragenden Beitrag zu einem positiven Deutschland-Bild und nahm das Bundesverdienstkreuz als kulinarischer Botschafter stellvertretend für die ganze Branche entgegen. Die Ehrung durch Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier ist für den Drei-Sterne-Koch eine große Ehre, bietet ihm aber auch Grund zur Kritik an der gesellschaftlichen Wahrnehmung der hohen Kochkunst in Deutschland.

 

In der Begründung für die Auszeichnung mit dem Verdienstkreuz

heißt es seitens des Bundespräsidenten:

 

“Kunst kann man nicht nur sehen oder hören, bei Christian Bau kann man sie vor allem auch schmecken. Christian Bau ist ein Koch von Weltrang. Als Jüngster in Deutschland hat er den Olymp seiner Zunft erklommen. Überall auf der Welt lassen sich Spitzenköche von ihm inspirieren und von weither kommen Menschen, um seine Kochkunst zu erleben. Christian Bau ist innovativ, weltoffen und originell – ein deutscher Koch, der die klassische französische Küche mit asiatischen Einflüssen verbindet. Ein gemeinsames Mahl, das ist das Urbild von Gastfreundschaft und einem friedlichen Miteinander. Als Meister der Kochkultur und als kulinarischer Botschafter trägt Christian Bau in herausragender Weise zu einem positiven Deutschland-Bild bei.”

 

Seit nunmehr 20 Jahren ist Christian Bau Küchenchef im Restaurant “Victor’s Fine Dining” und in sämtlichen Restaurantführern höchstbewertet. Die Auszeichnung mit dem Bundesverdienstkreuz nahm er zum Anlass, eine Lanze für die deutsche Spitzengastronomie zu brechen: In einem hoch polarisierenden Interview mit der Süddeutschen Zeitung postuliert er, Sterneküche werde “von der Politik verachtet”. Sie habe in der Bundesrepublik den Ruf der Dekadenz und werde, anders als beispielsweise in Frankreich, hierzulande nicht als hohes Kulturgut angesehen. Vor Bau wurden bis heute nur zwei weitere Spitzenköche mit dem Bundesverdienstkreuz ausgezeichnet: Harald Wohlfahrt für die Förderung des Tourismus in Baden-Württemberg und Heinz Winkler für seine Verdienste als Arbeitgeber.

Bundesverdienstkreuz für die hohe Kochkunst

Und nun erhielt Christian Bau als erster Koch das Bundesverdienstkreuz für den wirklichen Kern seines Schaffens: Die Kochkunst. Er sieht die Auszeichnung als Schritt in die richtige Richtung, die anhaltende gesellschaftliche Wahrnehmung der Sterneküche aber sehr kritisch. Denn anders als in anderen Branchen und Ländern, werde hohe Kochkunst in Deutschland als übertriebener Luxus abgetan und Sternerestaurants als “Gourmettempel” gesehen, in denen der Dekadenz gefrönt wird.

Stellvertretend für die Branche

Ganz besonders betont er den beachtlichen Fortschritt der deutschen Gastronomie während der letzten 40 Jahre: Denn die Aufgabe, die Spitzenköche hierzulande erfüllen, sei kulinarische Entwicklungsarbeit. Umso mehr freue er sich, dass dem Kochen und der Spitzengastronomie durch die Auszeichnung mit dem Bundesverdienstkreuz nun auch kulturelle Beachtung seitens der Politik zuteil wird. Er betont aber deutlich, die Auszeichnung ausschließlich stellvertretend für die ganze Branche, seine Kollegen aus der deutschen Spitzengastronomie, entgegenzunehmen.

bau.steine by Christian Bau

Kultur verbindet – das zeigt Christian Bau auch mit seinem vierten Kochbuch. Es ist eines, das es in dieser Größenordnung noch nie gab: bau.steine wird in Deutsch und in Englisch erscheinen – etwas Außergewöhnliches für einen deutschen Koch. Die weitere Besonderheit daran: Es ist nicht nur ein Kochbuch für (Profi-)Köche, sondern für die gesamte Gesellschaft. Er schafft es in diesem Buch, seine Gerichte in der Komplexität zu reduzieren und zugänglich zu machen. Als Meister der Kochkultur inspiriert Christian Bau viele Spitzenköche in Deutschland und auf der ganzen Welt. Die englische Ausgabe, speziell für ein Internationales Publikum, unterstreicht neben der Auszeichnung mit dem Bundesverdienstkreuz „Kultur verbindet“ einmal mehr seine internationale Anerkennung.

Zum Kochbuch

 

 

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